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N E W S L E T T E R


"Grund 98“ – ein Interview

Seit dem 1. Mai ist ein neues Sylt Buch im Handel. "111 Gründe, Sylt zu lieben" Die Autorin Claudia Welkisch hat mich darin interviewt. Denn Grund Nummer 98 von 111 ist Micro Abenteuer Sylt. Das ist ja ein Ding:

"Grund 98: Weil auf Sylt die kleinen Abenteuer die schönsten sind Schon mal was von Micro-Abenteuern gehört? Ich bis vor kurzem auch nicht! Mit Micro-Abenteuern sind kleine Erlebnisse gemeint, die den Alltag schöner, spannender und ereignisreicher machen – ohne dafür viel planen oder wegzufahren zu müssen. Micro-Abenteuer beginnen nämlich bestenfalls direkt vor der eigenen Haustüre – beziehungsweise vor der Ihrer Sylter Urlaubsunterkunft. Denn dank Maurice Morell und seiner Internetseite www.micro-abenteuer-sylt.de können jetzt auch auf der Insel über 90 kleine Abenteuer mit großer Wirkung erlebt werden. Einen kleinen Vorgeschmack gefällig? Wie wäre es zum Beispiel mit einem Sightseeing-Run durch List? Einem Besuch in der Salzgrotte Tinnum oder dort, wo Sylter Sterneköche ihr Obst und Gemüse kaufen? Oder hätten Sie vielleicht Lust auf ein Frühstück mit zwar sehr netten, aber Ihnen auch sehr fremden Menschen? Diese und viele andere Tipps für Dinge, die man jeden Tag ganz unkompliziert auf Sylt erleben kann, hat Maurice Morell gesammelt und stellt sie auf seiner Internetseite allen Interessierten zur Verfügung. Mir hat er verraten, wie er auf die Idee dazu kam und welches seine ganz persönlichen Lieblings-Micro-Abenteuer sind.

1. Wie entstand die Idee zu den Sylter Micro-Abenteuern?
Ich kenne Sylt seit den 70er Jahren, als ich mit den Eltern und meinen Geschwistern erstmals hier war. Wir haben das immer genossen. Diese starke Natur, dieser Sylt-Spirit tat irgendwie gut. Das waren natürlich andere Zeiten. Es war ja wirklich ein Treffpunkt von Andersdenkenden, auch aus der Wirtschaft. Viele Kreative und Lebenskünstler waren hier zur Saison. Es gab eine eigene Feier- und Strandkultur. Diese gepflegte Lässigkeit, von der die Eltern ein Teil waren. Ich bin mittlerweile seit vier Saisons auf der Insel und mache hier verschiedene Dinge. Unter anderem habe ich bei meinem Freund Mario in der „Crêperie am Meer“ gearbeitet - Kaffee-Service an der Aussenbar. Ich wurde ständig nach Tipps gefragt, wohin ich als Sylter "Surfertyp" denn gehe, was ich liebe. Das wirklich Große kennen viele nicht, das zeigt sich ja oft im Kleinen. Bei Mondschein vor Kampen zu schwimmen zum Beispiel, wenn das Wasser noch 21 Grad hat. Das macht ja keiner. Ich schon. Zum Meeresleuchten habe ich einmal Freunde eingeladen, die kamen dann zusammen und haben das nie vorher erlebt. Als Insulaner! Solche einmaligen Erlebnisse kann man nicht für sich behalten. Deshalb habe ich in den vergangenen Jahres dann um die 90 Tipps zusammengeschrieben und so entstanden die Micro-Abenteuer.

2. Wie kommen Sie auf die Idee zu immer neuen Micro-Abenteuern?
Ich höre mich um, was die Leute auch nach Jahrzehnten noch lieben, dann bekomme ich viel mit an Neuem und kreiere auch selber etwas. Und dann kommen Anstöße. Ich gehe mit Falk Eitner auf einer seiner grandiosen Kampener Dorfführung mit, höre seine Geschichten. Herrlich. Oder ich bekomme durch Zufall eine Sonderführung zur Wanderdüne, um diese wirklich mal selbst zu erleben. Das ist eigentlich unmöglich, da die Düne Schutzgebiet ist. Was ich dort erlebe, ist ganz wunderbar, ich bin so dankbar in diesen Momenten. Da fühle ich so etwas wie Gnade, hier sein zu dürfen. Ich schaue zur Zeit, wie man eine Sonderführung für nur sechs Leute einmal jährlich hinbekommt, die wirklich schonend ist. Meine Aufgabe ist es, schonend Zugänge zu organisieren, zu inspirieren, selbst auf Tour zu gehen. Wie sagt es Falk Eitner so treffend: "Weisst du mehr, siehst du mehr". Ich möchte Möglichkeitenräume eröffnen, ohne dass gleich Geld fließt, also unabhängig und frei. Es geht um Zugang zu Erlebnissen, die bewegen. Etwa ein Aufruf zur jährlichen Säuberungsaktion im Listland. Der Tipp geht dann über die Mailingliste raus.

3. Haben Sie bereits selbst ein paar der Micro-Abenteuer ausprobiert?
Welches ist Ihr Favorit? Ich habe etwa 80% der Micro-Abenteuer ausprobiert und Schwimmen im Meeresleuchten, das ist schon bewegend. Das ist Magie. Sobald es in der Zeitung steht, ist es schon vorbei. Es sind wenige Tage im Jahr. Einheimische kennen es kaum oder können dem nichts abgewinnen, für mich aber ist es das Größte. Um mich herum leuchtet es, Millionen Lichtpunkte glimmen um einen herum und laufen am Körper herab, wenn ich aus dem Wasser komme. In den Fußspuren im Sand leuchtet es noch 10 Minuten nach – ein unvergessliches Erlebnis!

4. Gibt es unter den Abenteuern einen echten Geheimtipp, oder etwas, das jeder, der auf Sylt ist, unbedingt einmal machen sollte? Sich da, wo es in der Nacht wirklich ganz dunkel ist, etwa im Listland oder Richtung Hörnum oder an der Odde in eine Mulde legen. Und dann nur in den Himmel schauen. Vielleicht sternförmig, die Köpfe zusammen. Wir haben klare Nächte, in denen Tausende Sternschnuppen fallen. Im Norden bekommen wir grünliche, bläuliche Schleier des Nordlichts mit. Das ist einmalig. Ach ja, mein Liebstes – und es ist dafür unvorhersehbar – ist, wenn die alten Männer von der Buhne 16 mit dem Boot zurück kommen, dann bringen sie ihren Fang mit. Makrelen. Die werden gleich gegrillt und mit frischem Kartoffelsalat serviert. Eine Delikatesse. Das sind die Männer, die zu den ersten Surfern Deutschlands gehören. Die haben noch das Blitzen in den Augen. Die zu treffen, ist schön, denn sie haben viel erlebt und sind gut drauf, ihre Gesichter sind tiefbraun und gegerbt. Sie gehören für mich zu den 7 Weisen der Insel.

5. Eine Micro-Abenteuer ist es, Sie als Inselgeher zu buchen. Wie kann man sich das vorstellen?
Wer mag, verabredet sich mit mir. Die Route wird bestimmt und auf welche Art wir gehen. Das ist für Menschen, die einfach nur gehen wollen - ohne Thema, ohne Führung ohne Gebrabbel. Es soll einfach einer da sein. Falls was passiert, einer mit Ortskenntnis. Unter den Menschen, die mich buchen, sind auch Witwen und Witwer, die ihre Sylt-Erinnerungen haben, die ungern allein gehen wollen. Der Partner war ja immer mit. Manchmal gehen Leute auch mit einem Thema los. Während der Tour kann es wie aus dem Nichts Klärung geben. Das habe ich schon mehrfach erlebt. Es löst sich beim Gehen oder "es geht". Auch allein erlebe ich das ja: Das Meer tut gut. Hier rückt sich alles zurecht. Ich kam auf dieses Angebot, weil ich mehrfach gefragt wurde, ob ich das tun mag. Dann habe ich einfach mal ja gesagt.

6. Auf Ihrer Internetseite gibt es einen Spendenaufruf – was verbirgt sich dahinter?
Ich hatte überlegt, ob ich Werbung schalte, um diesen Dienst zu monetarisieren. Ich wollte damit aber frei bleiben, unabhängig. Die Kosten für den Serverplatz, für den Email-Dienst und die laufende Pflege möchte ich aber gerne mindestens wieder einspielen. Vielleicht gebe ich ein Büchlein heraus, wenn ich 100 kleine Abenteuer versammelt habe. Das wäre schon bald. Alles kann, nichts muss. Ich habe das Gefühl, ich gebe der Insel etwas zurück. Auf freiwilliger Basis kann jeder gegen Quittung etwas geben, das ist auf der Seite technisch gut gelöst. Ich habe auch bereits Überweisungen erhalten. Die erste übrigens von einer Sylterin. Maren ist ihr Name. Darüber habe ich mich gefreut.

Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, auf Sylt einmal etwas Neues, Ungewöhnliches auszuprobieren, das nicht im Reiseführer steht, dann schauen Sie doch einfach mal auf der Micro-Abenteuer-Seite vorbei und lassen sich inspirieren – von den kleinen, aber dafür sehr besonderen Dingen des Alltags."

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Filmbeitrag, gefunden im maretv Archiv:

Aus dem mareTV Archiv – vor 10 Jahren. Mit den Behrens-Brüdern von Buhne16, die waren die ersten Surfer Deutschlands. Und mit dem unvergesslichen Bambus Klaus. Herrlich!

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Besuche die Sylter Röstereien

Unvermutet vielleicht: Bester Kaffee weit und breit an der Crêperie am Meer auf der Kurpromenade Westerland
Unvermutet vielleicht: Bester Kaffee weit und breit an der Crêperie am Meer auf der Kurpromenade Westerland

Hier mal was zur Sylter Kaffee-Kultur. Am Freitag wird übrigens im Rantumer Hafen eine nagelneue Röstmaschine angeliefert. Ein Sylter Jung eröffnet im März seine Rösterei. Da kann man dann mit Blick auf das Rantumer Becken Spitzenkaffee schlürfen.

Es gibt ihn noch, den guten Kaffe. Auch von Hand gebrüht im Porzellanfilter. Und Rohkaffee wird auf der Insel geröstet und man kann in Seminaren lernen, worauf es beim Kaffeegenuss ankommt.

 

Mittelmäßiger Thekenkaffee allerorten

 

Es gibt auf der Insel nur wenige Häuser, in dem man Kaffee per Siebträger-Maschine aus Italien zubereitet bekommt, mit echtem Milchschaum auf den Punkt. Meist beim Italiener, zum Beispiel im Restaurant und Eiscafé Mio oder bei Leysieffer Friedrichstraße oder in Michel's Backhüs rechts des Rathauses oder im Gewerbegebiet am Flughafen. Bei Michel (leider) mit Kakaopulver. Kakao auf dem Schaum oder darunter ist eine deutsche Erfindung. Italiener lachen darüber. Es überlagert den Geschmack und gilt dort als "tussig". Übrigens gibt es im Fitnessstudio neben Voss in Tinnum einen hervorragenden Cappuccino – ohne Kakao. Leider ist zu, weil es gebrannt hat.

 

"Sterne-Auszeichnung"

 

Den wohl ambitioniertesten Cappuccino der Insel, den bisher besten Café Crema (schwarz) und den gelungensten Café Latte und köstlichsten Espresso gibt es wohl in der Crêperie am Meer auf der Westerländer Kurpromenade, samt Surf-Spirit. Jedenfalls sieht man dort zur Mittagszeit manchen Sternekoch einen Kaffee schlürfen, bis zum letzten Rest. Auch manchen Cortado, den Kurzen im Glas auf einer Schicht süßer Kondensmilch aus Spanien und Milchschaum obenauf. Köstlich!

 

Große Melitta-Anlage:

 

Wer die microprozessorgesteuerten Kaffeeautomaten gängiger Marken und deren Zubereitungen mit Automatik-Schaum meidet, der sucht sich seine Orte gelebter Kaffeekultur. In der legendären Kupferkanne in Kampen bekommt man seinen "Cappu" nur drinnen in der separaten Kaffeebar unter der Erde, zum Leidwesen vieler Gäste. Dafür gibt es in den Wintermonaten am Tisch zubereitete Kannen mit echtem Filterkaffee. Hier fließt das weiche Sylter Wasser ins Pulver durch einem klassischen Porzellanfilter. Einzeltassen und Kännchen auch draussen bekommen ihre Füllung per kupferner Profi-Anlage aus den 30ern – auffällig ist der große Porzellanfilter und die vielen Kupferleitungen im Dampf. Das kann man sich im hinteren Teil anschauen. Dort ist auch die hauseigene Rösterei in Betrieb. Verschiedene Sorten kann man hier gleich mitnehmen.

 

Tastings und Seminare

 

Im Westerländer "Kaffeegenuss für Sylt" wird rechts der Friedrichstraße vom Strand kommend, rechts neben Gosch, selbst gerösteter Kaffee ausgeschenkt. Die rührige Betreiberin ist Profi und lässt im eigenen Röstbetrieb im Rheinland rösten. Bei ihr kann man frischen Kaffee trinken, viel erfahren und Kaffeeseminare buchen. Die sind sehr beliebt und offenbar gut besucht. Ein Erlebnis für sich. In Rantum weht ein Duft... Christian Appel, in Sylter Jung, ist auf die Insel zurückgekehrt und eröffnet zum März seine eigene Rösterei am Hafen. Die Kaffeerösterei Sylt. Es wird im Schankraum bester Kaffee getrunken, selbstgemachte Kuchen und Gebäck genossen und auf der Terrasse in die Sonne geblinzelt. Es ist Self-Service. Nebenan lagern Segelboote halb unter Planen, Hühner scharren im Garten und geradeaus blickt man auf das Rantum Becken. Auch hier kann man etwas über Kaffeequalitäten lernen und beim Röstprozess dabei sein. Bei Ostwind duftet es bis zur Hauptstraße nach Kaffee. Sicher gut fürs Geschäft.

 

Was ist der nächste Schritt:

Hingehen. Probieren. Neue Qualität kennenlernen und wertschätzen. Als erster erfahren, sobald es neue Abenteuer gibt: In den Newsletter eintragen

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Gehöre zu den ersten, die von neuen Abenteuern erfahren. Verpasse die wichtigen Termine nicht mehr.
Wie Mittsommernacht, Dinner in White, Biike, Meeresleuchten oder das Tinnumer Dorffest. 
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