Der 13. Stock, über den Dächern von Westerland

Bausünde

Weitblick

Meer

Watt

Es gibt einen Gebäudekomplex direkt an der Westerländer Promenade, den kann man von fast jedem Punkt der Insel aus sehen. In den 70ern wurde er während des neuen Sylt-Booms von einem Stuttgarter Unternehmer vorangetrieben und ist heute Teil der Insel-Skyline. Viele schauen möglichst nicht hin. Insbesondere die alten Sylter, die damals gegen den Bau stimmten. Und die neuen Gäste wundern sich, dass solch ein Monstrum hier je möglich wurde.

Aussen Beton und innen schön

Nun hat das Leben in diesem Koloß Einiges zu bieten. Zum Beispiel den  grandiosen Ausblick aufs Meer und auf Tausende Sonnenuntergänge. Mittlerweile sind die 30qm-Appartements zum Teil aufwändig veredelt worden, besonders die größeren Penthouses sollen wunderschön sein. Ein großer Teil wird noch immer an Urlauber wochenweise vermietet. Man ahnt dies kaum, wenn man sich dem Haupteingang von Norden nähern will. Es geht durch eine zugige Passage, vorbei an verlassenen Läden. Man passiert Verkaufs- und Büroräume, die ewig geschlossen sind und nur notdürftig beleuchtet scheinen. Man weiß es nicht.

Wo der Wind heult

Hier heult der Wind kräftig durch die Ritzen. Kurzzeitig wird es warm und heller, wenn man an einem erfolgreichen Immobilienbüro und an einem belebten Friseursalon vorbeikommt. Die beklommen machende Atmosphäre rührt auch von der Festerlosigkeit der meisten Läden. Plötzlich steht man vor verglasten und hochglänzenden Edelstahltüren, dahinter hell erleuchtet das Eingangsportal mit zwei Liftzugängen.

Beklommen in den Lift

Man spürt, hier ist kein öffentlicher Zugang. Wir betonen dies ausdrücklich. Wir bitten hier um Respekt und stets dezentes Auftreten. Denn Zugang hat nur derjenige, der sich ebenso wie ein Besucher oder Appartement-Eigner verhält und wie zufällig mit anderen zusammen kurz mit hinein geht und im Lift auf die 13 drückt. Der Lift ist voll verspiegelt, es läuft ein N24 Nachrichtenprogramm. Oben angekommen geht der Besucher bitte nicht in die Gänge zu den Appartements. Dort gibt es nichts zu suchen und wirklich nichts zu sehen. Im Treppenhaus jedoch, gegenüber dem Müllschlucker ist ein kleines Fenster, aus dem man in den Osten schauen kann.

Über den Dächern von Westerland

Man sieht beide Wattseiten und viel Grün. Die Tinnumer Wiesen, Keitum, ein Teil Rantums. Und nun geht man dezent und ohne zu sprechen wieder zum Lift und drückt Erdgeschoß. Nun kann man noch etwas erleben. Hier ist die Rede vom Geschoß über dem des Eingangs zuvor. Von hier irrt man durch zugige Aussen-Gänge und kann dann entweder über eine Schiebetür zur Terrasse des Luzifer geraten (sehr reizvoll) oder man geht rechts an verstaubten Schaukästen vorbei, die wohl zuletzt in den 80ern und 90ern dekoriert wurden. Weil hier Niemand mehr vorbei geht.

Westerland von hinten

Hier hinterm Haus sind geöffnete Absperrungen und es ist viel Dauerschatten. Rechter Hand ist wieder Leben, hier erlauben offen stehende Türen manch Einblick in Büros. Es sind die Hintereingänge, Mitarbeiter sind bei der Arbeit. Sie lassen die Türen weit auf, um Frischluft hereinzulassen – und die Brandungsgeräusche, so wurde uns versichert. 


Für wen ist das was?:


Für mutige Entdecker, die das alles bitte für sich behalten und die wissen, wie man sich dezent verhält, wenn es die Umstände erfordern. Für Kinder und Jugendliche mit und ohne Aufsicht ist es nichts. Definitiv.

 

Was ist der nächste Schritt:


Wagen. Dezent! Nur Mut.

Als erster erfahren, wenn es neue Abenteuer gibt:

Hintergrund. Hinter diesem Bauprojekt stand ein viel größeres. "Atlantis". Von vorn: In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich Sylt zu einem Zentrum des Tourismus. In wenigen Jahren entstanden zahlreiche Neubauten und die ersten großen Hotels. Erst 1960 war die erste Verkehrsampel in Westerland nötig, bereits im Jahr 1970 übernachteten 188.000 Kurgäste auf Sylt.Besonders auffallend war dabei das durch das Stuttgarter Unternehmen Hausbau Bense gebaute neue Kurzentrum, das Mitte der 1960er Jahre direkt am Strand in Westerland entstand. Es bestand aus drei Hochhäusern, die bis heute das Westerländer Stadtbild prägen. Das größte, direkt gegenüber der Musikmuschel am Strand, ...
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Fenster nach Osten, kein Meerblick
Fenster nach Osten, kein Meerblick
Treppenhaus mit Fallschutz
Treppenhaus mit Fallschutz

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