Besuche die Kaffee-Röstereien auf Sylt

Kaffee-Kultur

Lebendiges Lernen

Gastronomie

Natur pur

Es gibt ihn noch, den guten Kaffe. Auch von Hand gebrüht im Porzellanfilter. Und Rohkaffee wird auf der Insel geröstet und man kann in Seminaren lernen, worauf es beim Kaffeegenuss ankommt.

Mediokrer Thekenkaffee

Es gibt auf der Insel nur wenige Häuser, in dem man Kaffee per Siebträger-Maschine aus Italien zubereitet bekommt, mit echtem Milchschaum auf den Punkt. Meist beim Italiener, zum Beispiel im Restaurant und Eiscafé Mio oder bei Leysieffer Friedrichstraße oder in Michel's Backhüs rechts des Rathauses oder im Gewerbegebiet am Flughafen. Bei Michel (leider) mit Kakaopulver. 
Kakao auf dem Schaum oder darunter ist eine deutsche Erfindung. Italiener lachen darüber. Es überlagert den Geschmack und gilt dort als "tussig". Übrigens gibt es im Fitnessstudio neben Voss in Tinnum einen hervorragenden Cappuccino – ohne Kakao.

"Sterne-Auszeichnung"

Den wohl ambitioniertesten Cappuccino der Insel, den bisher besten Café Crema (schwarz) und den gelungensten Café Latte und köstlichsten Espresso gibt es wohl in der Crêperie am Meer auf der Westerländer Kurpromenade, samt Surf-Spirit. Man vermutet es nicht. Jedenfalls sieht man dort zur Mittagszeit manchen Sternekoch einen Kaffee schlürfen, bis zum letzten Rest. Auch manchen Cortado, den Kurzen im Glas auf einer Schicht süßer Kondensmilch aus Spanien und Milchschaum obenauf.
Köstlich!


Große Melitta-Anlage:


Wer die microprozessorgesteuerten Kaffeeautomaten gängiger Marken und deren Zubereitungen mit Automatik-Schaum meidet, der sucht sich seine Orte gelebter Kaffeekultur. In der legendären Kupferkanne in Kampen bekommt man seinen "Cappu" nur drinnen in der separaten Kaffeebar unter der Erde, zum Leidwesen vieler Gäste. Dafür gibt es in den Wintermonaten am Tisch zubereitete Kannen mit echtem Filterkaffee. Hier fließt das weiche Sylter Wasser ins Pulver durch einem klassischen Porzellanfilter. Einzeltassen und Kännchen auch draussen bekommen ihre Füllung per kupferner Profi-Anlage aus den 30ern – auffällig ist der riesige Porzellanfilter und die vielen Kupferleitungen im Dampf. Das kann man sich im hinteren Teil anschauen. Dort ist auch die hauseigene Rösterei in Betrieb. Verschiedene Sorten kann man hier gleich mitnehmen.

Tastings und Seminare

Im Westerländer "Kaffeegenuss für Sylt" wird rechts der Friedrichstraße vom Strand kommend, rechts neben Gosch,  selbst gerösteter Kaffee ausgeschenkt. Die rührige Betreiberin ist Profi und lässt im eigenen Röstbetrieb im Rheinland rösten. Bei ihr kann man frischen Kaffee trinken, viel erfahren und Kaffeeseminare buchen. Die sind offenbar gut besucht. Ein Erlebnis für sich.

In Rantum weht ein Duft...

Christian Appel, in Sylter Jung, ist auf die Insel zurückgekehrt und hat jüngst seine eigene Rösterei am Rantumer Hafen eröffnet. Die Kaffeerösterei Sylt. Es wird im Café bester Kaffee getrunken, selbstgemachte Kuchen und Gebäck genossen und auf der Terrasse in die Sonne geblinzelt. Es ist Self-Service wie früher mit Tablett. Nebenan lagern Segelboote halb unter Planen, Hühner scharren im Garten und geradeaus blickt man auf das Rantum Becken. An diesem schönen Ort kann man etwas über Kaffeequalitäten lernen und beim Röstprozess dabei sein. Bei Ostwind duftet es bis zur Hauptstraße nach Kaffee. Sicher gut fürs Geschäft.
Löslichen Kaffee will man nach diesem Besuch nicht mehr anfassen, Automatenkaffee und abgestandenen aus Pumpkannen beim Bäcker auch nicht. Man darf ja wählen...

 

Was ist der nächste Schritt:


Hingehen. Probieren. Neue Qualität kennenlernen und wertschätzen.

Als erster erfahren, sobald es neue Abenteuer gibt:

Hintergrund  Noch immer beherrschen Kaffee-Vollautomaten die gastronomische Praxis auf Sylt. Trotz höchstem Küchen-Niveau hält man hier an dieser "WMF-Tradition" fest. Das hat handfeste Gründe. Viele Gastronomen wünschen sich auch in der Hochsaison gleichmäßig gute Ausgabequalität in Mengen. Sie nehmen dabei in Kauf, keine Premium-Leistung, sondern gängigen Durchschnitt  anzubieten. Sie befürchten, in der hochgetakteten Saison die Mengen nicht per klassischer Siebträgermaschine souverän herausgeben zu können. Es braucht eine gute Ausbildung dafür. Meist arbeiten auf Sylt angeleitete Saisonkräfte, die Kaffeeautomaten routiniert "im Vorübergehen" bedienen. Es braucht dafür keine besondere Aufmerksamkeit. Zudem laufen meist lang bindende Leasingverträge, die Maschinen sind dafür stets gewartet und es gibt keine größeren Überraschungen.
Mario Witt in seiner Crêperie am Meer in Westerland am Strand rechnet da ganz anders. Er kann Mittelmaß seinen Gästen nicht zumuten, genau wie bei seinen Crêpes. Er liebt seine große Siebträger-Maschine aus Turin. Mit 3 Siebträgern und drei Milchschaum-Düsen, die per Dampf im besonderen Milchtrog  feinporigen Schaum erzeugen helfen. Von Hand natürlich. Eine Kunst für sich ist das. Nur so kann der Barista dann aus dem Handgelenk die beliebte Schaumkappe bilden, kunstvolle Muster und Formen in den Kaffee ausschenkend "malen" und die Milch/Kaffee-Schichtung im "Latte-Glas" ganz sauber hinbekommen. Diese Hingabe schmeckt man. Die Wartung macht er selbst und er bildet seine Mitarbeiter gut aus. Die können das. Und die internationalen Gäste honorieren es beim Surf Cup mit wiederholten Besuchen. Und die Sylter auch. Die trifft man am Sonntag vermehrt hier zum Köffchen und einen Crêpe auf die Hand. Ach so: Mario röstet nicht selbst, er bezieht seinen Kaffee von einem Röster aus Süddeutschland und ist hoch zufrieden damit.


Wir geben die Mailadressen nicht weiter, Mails kommen nur 2-3 Mal im Jahr

Gabe ohne Verpflichtung, ohne Kauf, ohne Bedingung.