Besuche die Sylter Röstereien

Unvermutet vielleicht: Bester Kaffee weit und breit an der Crêperie am Meer auf der Kurpromenade Westerland
Unvermutet vielleicht: Bester Kaffee weit und breit an der Crêperie am Meer auf der Kurpromenade Westerland

Hier mal was zur Sylter Kaffee-Kultur. Am Freitag wird übrigens im Rantumer Hafen eine nagelneue Röstmaschine angeliefert. Ein Sylter Jung eröffnet im März seine Rösterei. Da kann man dann mit Blick auf das Rantumer Becken Spitzenkaffee schlürfen.

Es gibt ihn noch, den guten Kaffe. Auch von Hand gebrüht im Porzellanfilter. Und Rohkaffee wird auf der Insel geröstet und man kann in Seminaren lernen, worauf es beim Kaffeegenuss ankommt.

 

Mittelmäßiger Thekenkaffee allerorten

 

Es gibt auf der Insel nur wenige Häuser, in dem man Kaffee per Siebträger-Maschine aus Italien zubereitet bekommt, mit echtem Milchschaum auf den Punkt. Meist beim Italiener, zum Beispiel im Restaurant und Eiscafé Mio oder bei Leysieffer Friedrichstraße oder in Michel's Backhüs rechts des Rathauses oder im Gewerbegebiet am Flughafen. Bei Michel (leider) mit Kakaopulver. Kakao auf dem Schaum oder darunter ist eine deutsche Erfindung. Italiener lachen darüber. Es überlagert den Geschmack und gilt dort als "tussig". Übrigens gibt es im Fitnessstudio neben Voss in Tinnum einen hervorragenden Cappuccino – ohne Kakao. Leider ist zu, weil es gebrannt hat.

 

"Sterne-Auszeichnung"

 

Den wohl ambitioniertesten Cappuccino der Insel, den bisher besten Café Crema (schwarz) und den gelungensten Café Latte und köstlichsten Espresso gibt es wohl in der Crêperie am Meer auf der Westerländer Kurpromenade, samt Surf-Spirit. Jedenfalls sieht man dort zur Mittagszeit manchen Sternekoch einen Kaffee schlürfen, bis zum letzten Rest. Auch manchen Cortado, den Kurzen im Glas auf einer Schicht süßer Kondensmilch aus Spanien und Milchschaum obenauf. Köstlich!

 

Große Melitta-Anlage:

 

Wer die microprozessorgesteuerten Kaffeeautomaten gängiger Marken und deren Zubereitungen mit Automatik-Schaum meidet, der sucht sich seine Orte gelebter Kaffeekultur. In der legendären Kupferkanne in Kampen bekommt man seinen "Cappu" nur drinnen in der separaten Kaffeebar unter der Erde, zum Leidwesen vieler Gäste. Dafür gibt es in den Wintermonaten am Tisch zubereitete Kannen mit echtem Filterkaffee. Hier fließt das weiche Sylter Wasser ins Pulver durch einem klassischen Porzellanfilter. Einzeltassen und Kännchen auch draussen bekommen ihre Füllung per kupferner Profi-Anlage aus den 30ern – auffällig ist der große Porzellanfilter und die vielen Kupferleitungen im Dampf. Das kann man sich im hinteren Teil anschauen. Dort ist auch die hauseigene Rösterei in Betrieb. Verschiedene Sorten kann man hier gleich mitnehmen.

 

Tastings und Seminare

 

Im Westerländer "Kaffeegenuss für Sylt" wird rechts der Friedrichstraße vom Strand kommend, rechts neben Gosch, selbst gerösteter Kaffee ausgeschenkt. Die rührige Betreiberin ist Profi und lässt im eigenen Röstbetrieb im Rheinland rösten. Bei ihr kann man frischen Kaffee trinken, viel erfahren und Kaffeeseminare buchen. Die sind sehr beliebt und offenbar gut besucht. Ein Erlebnis für sich. In Rantum weht ein Duft... Christian Appel, in Sylter Jung, ist auf die Insel zurückgekehrt und eröffnet zum März seine eigene Rösterei am Hafen. Die Kaffeerösterei Sylt. Es wird im Schankraum bester Kaffee getrunken, selbstgemachte Kuchen und Gebäck genossen und auf der Terrasse in die Sonne geblinzelt. Es ist Self-Service. Nebenan lagern Segelboote halb unter Planen, Hühner scharren im Garten und geradeaus blickt man auf das Rantum Becken. Auch hier kann man etwas über Kaffeequalitäten lernen und beim Röstprozess dabei sein. Bei Ostwind duftet es bis zur Hauptstraße nach Kaffee. Sicher gut fürs Geschäft.

 

Was ist der nächste Schritt:

Hingehen. Probieren. Neue Qualität kennenlernen und wertschätzen. Als erster erfahren, sobald es neue Abenteuer gibt: In den Newsletter eintragen

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